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    03.01.2019: Augenmerk liegt auf „Pakt für Südtirol“, Schlüssel für höhere Einkommen, mehr Zusatzleistungen und „gute“ Arbeit

    Pakt für Südtirol

    Die Zahlen zur Beschäftigungslage in Südtirol sind zwar positiv, ein Arbeitsverhältnis zu haben reicht heute aber oft nicht aus, um gut über die Runden zu kommen. Der SGBCISL setzt in Südtirol deshalb weiterhin auf die Aushandlung von Zusatzverträgen, ergänzende Wohlfahrtsleistungen und Weiterbildung.

    Die Schwerpunkte für das Arbeitsjahr 2019 hat das Landessekretariat des SGBCISL heute (3. Jänner 2019) bei der traditionellen Pressekonferenz zu Jahresbeginn vorgestellt.

    „Seit Jahren verweisen wir auf die Notwendigkeit von territorialen Vertragsverhandlungen, damit Entlohnungen, Rechte und Wohlfahrtsleistungen den Gegebenheiten in Südtirol entsprechen und um den Wohlstand besser umzuverteilen“, so das Landessekretariat.

    Hauptziel Pakt für Südtirol

    Kernthema ist deshalb der Pakt für Südtirol. Es handelt sich dabei um ein Rahmenabkommen zwischen Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Landesregierung mit dem Ziel, den Abschluss von Zusatzverträgen zu fördern. Vertragsverhandlungen sind Zuständigkeit der Sozialpartner, die Landesregierung könne den Abschluss von Zusatzverträgen aber über Anreize unterstützen, indem sie z.B. Steuererleichterungen oder Beiträge der Wirtschaftsförderung daran knüpft.
    Die Zusatzverträge sollen nicht nur höhere Löhne und mehr ergänzende Wohlfahrtsleistungen bringen, sondern angesichts eines sich immer schneller wandelnden Arbeitsmarktes und steigender Anforderungen auch die berufliche Weiterbildung fördern.
    Im Bereich der beruflichen Weiterbildung sei es zudem wichtig, einen branchenübergreifenden Weiterbildungsfonds auf territorialer Ebene einzurichten, der auf die Erfordernisse des Südtiroler Arbeitsmarktes ausgerichtet ist, so das Landessekretariat.

    Dienstleistungsaufträge

    In Bezug auf den sozialen Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die von Dienstleistungsaufträgen betroffen sind, verwies das Landessekretariat auf die Bedeutung der noch auszuarbeitenden Richtlinien zum Landesvergabegesetz. Über dieses Instrument könnten mittels Überprüfung der Stimmigkeit der Personalkosten mit der Auftragssumme irreguläre Arbeitsverhältnisse verhindert und die Anwendung der zutreffendsten Kollektivverträge bestimmt werden.

    Gesundheit, leistbares Wohnen

    Vorrangig bleiben 2019 auch die Themenbereiche Gesundheitswesen, wobei weiterhin die Problembereiche Ärztemangel sowie die langen Wartelisten zu lösen sind, sowie der Einsatz für leistbares Wohnen, etwa über das noch zu verabschiedende Wohnbauförderungsgesetz.

    Mitgliederzahlen steigen weiter

    Schließlich wurden einige Zahlen zu den erbrachten Dienstleistungen und zum Mitgliederstand vorgebracht. So konnte der SGBCISL für 2018 wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Der SGBCISL zählte im abgelaufenen Jahr 52.123 Mitglieder, ein Plus von über 3% im Vergleich zu 2017. Das Landessekretariat zeigte sich auch erfreut darüber, dass der SGBCISL eine relativ „junge“ Gewerkschaft ist: über 70% der Mitglieder sind erwerbstätig, lediglich 26% sind Pensionisten, immerhin 20% der Mitglieder sind jünger als 36. Schließlich bestätigte sich auch 2018, dass der SGBCISL mit seinen vielfältigen Dienstleistungen als Anlaufstelle für die Bevölkerung ein wichtiger Bezugspunkt für Beratung und Betreuung ist.

    Rückblick auf 2018

    Kurz zurückgeblickt wurde schließlich auch auf wichtige Ereignisse des Jahres 2018, wie das 70. Gründungsjubiläum des SGBCISL im Oktober und die einheitlich erarbeitete gewerkschaftliche Forderungsplattform für die Legislaturperiode 2018-2023.