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    23.07.2018: „Beschämend niedrige Lohnerhöhungen angeboten. Es braucht endlich deutliche Lohnerhöhungen für die Beschäftigten dieses wichtigen Sektors“

    Beschäftigte der Sozialgenossenschaften im sozio-sanitären und erzieherischen Bereich

    Die Verhandlungen für ein zusätzliches territoriales Lohnelement für die Beschäftigten der Sozialgenossenschaften im sozio-sanitären und erzieherischen Bereich sind schon seit Jahren festgefahren. Nun bieten die Verbände der Sozialgenossenschaften eine Lohnerhöhung von 0,75% ab 1.1.2019 und von weiteren 0,75% ab 1.1.2020. Diese Lohnerhöhung würde für 2019 monatlich netto ca. 7,5 Euro ausmachen. 

    „Ein beschämender Betrag, der eher einer Provokation gleichkommt als einer wirklichen Lohnerhöhung, die seit langem mehr als berechtigt wäre“, so Günther Patscheider von der Fachgewerkschaft Öffentliche Dienste im SGBCISL. 

    „Wir fordern Lohnerhöhungen, die diesen Bereich auf eine vergleichbare Ebene mit den an-deren bringen. Bildung und Sozialdienste sind wichtige Bereiche, in denen die Dienste immer öfter von den öffentlichen Körperschaften an private Dienstleister vergeben werden. Eine vergleichbare Entlohnung ist deshalb Voraussetzung für hochwertige Dienstleistungen.“  

    Eine deutliche Anhebung der Löhne wäre aus zwei Gründen wichtig. Zum einen verdienen die Beschäftigten gemessen an den hohen Lebens-haltungskosten in Südtirol und auch in Anbetracht ihrer Ausbildung und Professionalität zu wenig. So beläuft sich beispielsweise das kollektivvertragliche monatliche Einkommen eines Sozialbetreuers/einer Sozialbetreuerin oder einer Kinderbetreuerin (Kita) in Vollzeit auf 1.426,41 Euro brutto, was netto einen Stundenlohn von ca. 7 Euro ausmacht! 

    Zum anderen droht zukünftig ein Personalmangel, weil sich wegen des niedrigen Lohnniveaus kaum noch qualifiziertes Personal finden wird. 

    Ein allgemeines Problem sieht die Fachgewerkschaft im großen Wettbewerbsdruck bei Aus-schreibungen, der vielfach dazu führt, dass sich die Sozialgenossenschaften gegenseitig unter-bieten und ihre Dienste zu Preisen anbieten, die mitunter kaum über die Deckung der Kosten hinausgehen. Hier könne das neue Vergabegesetz Abhilfe schaffen. Angebote am Limit oder sogar unter den Betriebskosten seien unrealistisch und gingen letztendlich nur zu Lasten der Beschäftigten. -