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    18.05.2017: "Es braucht neue Wege, um Einkommen besser umzuverteilen"

    Soziale Ungleichheiten

    Reaktion der CISL auf den Jahresbericht des Statistikinstituts ISTAT: die Ungleichheiten wachsen, der soziale Fahrstuhl fährt wenn dann nur nach unten. Es braucht eine Änderung des Steuersystems und der Einkommenssteuer.

    “Laut ISTAT ist die wirtschaftliche und soziale Lage Italiens nicht gerade ermutigend. Der Aufschwung ist schwach und beschränkt sich lediglich auf die Dienstleistungen”, so die Einschätzung von CISL-Generalsekretärin Anna Maria Furlan nach der Veröffentlichung des ISTAT-Jahresberichts am 16. Mai. „Die Ungleichheiten nehmen zu, die Schere zwischen reich und arm öffnet sich immer mehr, und der soziale Fahrstuhl funktioniert nur nach unten.“

    „Die Zunahme der Ungleichheiten und der sozialen Ausgrenzung ist immer offensichtlicher, sei es auf territorialer Ebene als auch was die Generationen betrifft. Die Geburtenrate sinkt, Familien verarmen, die Jugendlichen entmutigt, Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt. Dazu kommen ein allgemeines Gefühl des Misstrauens und eine schwache Beteiligung am kollektiven Leben. Es ist ein allarmierendes Bild, das das ISTAT uns da zeichnet.“

    Um den sozialen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken, die den Populisten helfen und zum Zusammenbruch der Gesellschaft führen können, schlägt die CISL vor, das Steuersystem und die Einkommenssteuer so abzuändern, dass die Ressourcen stärker auf jene Menschen umverteilt werden, die weniger haben. Es braucht einen neuen Sozialvertrag, der den Weg ebnet für das Wachstum, für aktive Arbeitsmarktpolitik, für Investitionen in Infrastrukturen, für Innovation, Forschung, Bildung. Dies sind Schlüsselfaktoren, die den Unterschied ausmachen in einer Welt, die immer stärker von der Globalisierung und dem Wettbewerb bestimmt ist, so die Überzeugung der CISL.

    Konkrete Maßnahmen gegen die soziale Ungerechtigkeit und gegen wachsende Ungleichheiten waren auch Thema des 18. Landeskongresses des SGBCISL, der am 4. und 5. Mai in Bozen stattgefunden hat. Um dieser negativen Entwicklung entgegen zu steuern, muss auf die Umverteilung der erzielten Produktivität; auf ergänzende Wohlfahrts- bzw. Gesundheitsleistungen, auf die Zusatzrente; auf leistbares Wohnen und auf die Stärkung der aktiven Arbeitsmarktpolitik für die Wiedereingliederung von Arbeitslosen gesetzt werden.