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    25.08.2017: Teilweise Abschaffung der Zuschläge verringert die Ungleichheiten, aber das reicht nicht!

    Steuerpolitik

    Das AFI | Arbeitsförderungsinstitut hat festgestellt, dass die Einkommensbesteuerung dazu beiträgt, die Ungleichheiten bei den Nettoeinkommen zu verringern. Es ist Sinn und Zweck der progressiven Besteuerung, die Steuerlast je nach individueller, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit umzuverteilen.

    Die Daten des AFI dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ungleichheiten, wenn wir die Gesamteinkommen betrachten, zunehmen. Über die Hälfte der Ansässigen erklärt Jahresbruttoeinkommen unter 20.000 Euro, und das in Anbetracht der hohen Lebenshaltungskosten, die für alle dieselben sind.

    Die regionalen und kommunalen Einkommenssteuerzuschläge wirken sich bei diesen Steuerpflichtigen besonders stark auf die Nettoeinkommen aus. Genau aus diesem Grund hatte sich der SGBCISL auch für deren Abschaffung eingesetzt. Die Mehrheit der Steuerpflichtigen, jene mit niedrigen und mittleren Einkommen, ist vom regionalen Zuschlag befreit, wodurch sie mehr Netto vom Brutto haben. Wenn wir noch berücksichtigen, dass 109 von 116 Südtiroler Gemeinden keinen Zuschlag mehr einheben, dann können wir sagen, dass wir im Bereich der Steuerpolitik fast alles getan haben, was möglich ist, um die fiskalischen Ungleichheiten in Südtirol zu reduzieren.

    Was die Ungleichheiten insgesamt anbelangt, so müssen wir jedoch feststellen, dass sie zunehmen. Es braucht ein Kollektivvertragssystem, das eine bessere Umverteilung der Einkommen erlaubt, auch indem die Steuerbefreiungen auf Produktivitätslohnelemente genutzt werden. Dafür brauchen wir mehr Verhandlungstätigkeit auf lokaler Ebene, um die Reallöhne in Südtirol zu steigern und folglich eine Reduzierung der Untergleichheiten zu erreichen.

    Gerade in Anbetracht der erklärten positiven Stimmung der heimischen Wirtschaft ist die Umverteilung der Produktivität ein Gebot der Stunde.