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    13.08.2017: "Anti-Mobbinggesetz weiterbringen"

    Dienst im Falle von Belastungen am Arbeitsplatz

    Das Arbeitsförderungsinstitut AFI hat gemeinsam mit der Landesdirektion des INAIL am 4.8.2017 ausgewählte Ergebnisse einer Erhebung zu den psychischen Belastungen in der Südtiroler Arbeitswelt vorgestellt. Die Ergebnisse der Studie decken sich mit den Erfahrungen des SGBCISL im Rahmen der Betreuung der Mitglieder.

    Der SGBCISL weist auf weitere psychische Belastungen am Arbeitsplatz hin, welche in der Studie nicht angesprochen worden sind, die aber auch ein beachtliches Problem darstellen und nicht unterschätzt werden dürfen: Stress mit Kollegen und Vorgesetzten, Schikanen, zynische Abwertungen und Mobbing sind Themen, die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen stark belasten, aber teilweise immer noch ein Tabu darstellen.

    Der SGBCISL hat die Bedeutung der Problematik im weiteren Sinne bereits vor einiger Zeit erkannt und bietet seinen Mitgliedern als einzige Gewerkschaft in Südtirol seit fast zwei Jahren in Zusammenarbeit mit drei Arbeitspsychologinnen einen Dienst für arbeitsbedingte Belastungen an. Dabei handelt es sich um eine Kontakt- und Beratungsstelle, die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit bietet, sich auszusprechen und die Belastungen mithilfe kompetenter Unterstützung anzugehen und, soweit möglich, zu überwinden. Sollte es nötig sein, wird auch rechtliche Unterstützung angeboten.

    Seit Einführung haben an die 50 Personen diesen Dienst in Anspruch genommen. Weit höher ist allerdings die Anzahl an Personen, die sich mit diesen Problemen an unsere Büros wenden.

    Der SGBCISL fordert deshalb ein Landesgesetz zum Problembereich Mobbing, das dazu beitragen kann, diese Verhaltensweisen zu vermeiden und zu unterbinden und folglich die Qualität der Arbeit zu fördern. Das „Anti-Mobbinggesetz“ ist nun endlich auf den Weg zu bringen. Über das Landesgesetz soll die Prävention durch Schulungen, Weiterbildungen und Sensibilisierungskampagnen gefördert werden. Zudem sollen Dienste und Anlaufstellen über eine Koordinierungsstelle besser vernetzt und „best practice“-Erfolgsmethoden sowie Lösungen aufgezeigt und verbreitet werden.